Vito Priante
Er studierte französische und deutsche Literatur und gab 2002 sein Operndebüt mit Pergolesis La serva padrona in Florenz. Bereits nach wenigen Spielzeiten wurden seine stimmlichen, interpretatorischen und darstellerischen Qualitäten von der italienischen Kritik gewürdigt: Für seine Interpretation der Titelrolle in Dallapiccolas Il prigioniero am Teatro alla Scala in Mailand erhielt er 2009 den Franco-Abbiati-Preis. Zudem wurde er 2017 mit dem Opera Award des BBC Music Magazine für seine Darstellung des Leporello in Don Giovanni unter der Leitung von Theodor Currentzis ausgezeichnet.
Zu Beginn seiner Karriere war er regelmäßig im Barock- und Mozart-Repertoire zu hören und arbeitete mit Dirigenten wie Alan Curtis, Ivor Bolton, Marko Letonja, Fabio Biondi und Gérard Korsten zusammen. 2006 debütierte er am Teatro alla Scala als Graf Almaviva in Le nozze di Figaro und sang Die Zauberflöte (Papageno) am Teatro La Fenice in Venedig sowie am Teatro Carlo Felice in Genua. Kurz darauf folgten Debüts bei den Salzburger Festspielen (Armida von Haydn, Inszenierung Christof Loy), an der Bayerischen Staatsoper (La Calisto, Ariodante, Tamerlano) sowie am Théâtre des Champs-Élysées (Le nozze di Figaro, Titelrolle). 2010 arbeitete er erstmals mit Riccardo Muti in Jommellis La Betulia liberata an der Wiener Staatsoper zusammen.
Heute gilt Vito Priante als einer der führenden Interpreten der Mozart–Da-Ponte-Trilogie, die er auf den bedeutendsten Bühnen der Welt gesungen hat, darunter Mailand, Tokio, Madrid, Glyndebourne, Lyon, Bologna, Berlin, Rom und Salzburg.
Auch das Rossini-Repertoire bildet einen zentralen Bestandteil seiner Karriere. Sein Figaro in Il barbiere di Siviglia führte ihn unter anderem nach Toronto, Florenz, Maskat, Turin, London und Rom, während Dandini in La Cenerentola seine meistgesungene Rolle ist, mit Auftritten in Wien, Los Angeles, München, Maskat, Neapel, Chicago, Rom, Montreal und Paris. Zudem sang er Prosdocimo in Il turco in Italia in München und Amsterdam und trat mit La gazzetta und Adina beim Rossini Opera Festival in Pesaro auf.
Dank seines breiten Stimmumfangs hat er auch zahlreiche Bassbariton-Partien übernommen, darunter Escamillo in Carmen (London, Dresden, Venedig, Turin, Mailand), die vier Bösewichte in Les Contes d’Hoffmann (Madrid, Tel Aviv) sowie Nick Shadow in Strawinskys The Rake’s Progress (Florenz).
In den letzten Spielzeiten hat er sein Repertoire um Rollen wie den Duke of Nottingham in Roberto Devereux (München), Lord Cecil in Maria Stuarda (Barcelona), Alphonse XI in La favorite (Florenz), Seid in Il corsaro (Valencia), Ford in Falstaff (München) sowie Giorgio Germont in La traviata (Straßburg, Colmar, Mulhouse) erweitert.
Zu den wichtigsten Produktionen der letzten Jahre zählen Don Giovanni (Leporello) bei den Salzburger Festspielen in der Inszenierung von Romeo Castellucci unter der musikalischen Leitung von Theodor Currentzis sowie am Teatro Regio di Parma und beim Caracalla Festival; Il prigioniero beim Hamburg Musikfest unter Antonio Pappano; Le nozze di Figaro (Figaro) am Teatro Real in Madrid in der Neuproduktion von Claus Guth sowie am Teatro Regio in Turin; sein Debüt in Strauss’ Capriccio (Olivier) an der Bayerischen Staatsoper; La Cenerentola (Dandini) an der Opéra national de Paris; Nick Shadow in The Rake’s Progress mit Daniele Gatti beim Maggio Musicale Fiorentino; Henri Ashton in Lucie de Lammermoor beim Donizetti Opera Festival in Bergamo; Don Pizarro in Fidelio am Teatro Petruzzelli in Bari sowie Il cappello di paglia di Firenze am Teatro alla Scala in Mailand.
Im Konzertbereich sang er zuletzt Beethovens 9. Sinfonie an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom unter Antonio Pappano, mit dem er auch Bachs Matthäus-Passion und Faurés Requiem aufführte; Orffs Carmina Burana mit dem Orchester des Teatro di San Carlo in Neapel unter Donato Renzetti sowie beim Caracalla Festival; Schuberts Messe Nr. 2 in G-Dur D167 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Riccardo Muti; Il viaggio a Reims (Don Alvaro) konzertant beim Rossini Opera Festival unter Michele Mariotti; sowie Donizettis Requiem beim Festival von Saint-Denis.
Zu seinen Engagements in der Saison 2025/26 zählen Verdis Macbeth beim Festival Verdi in Parma, Caterina Cornaro beim Donizetti Opera Festival in Bergamo, Il barbiere di Siviglia an der Opéra de Marseille sowie Don Giovanni am New National Theatre in Tokio.
Im Laufe seiner Karriere hat Vito Priante mit Dirigenten wie Riccardo Muti, Ivor Bolton, Antonio Pappano, Daniele Gatti, Theodor Currentzis, James Conlon, Stefano Montanari, Fabio Luisi, Myung-Whun Chung, Maurizio Benini, Daniel Oren, Jesús López Cobos, Daniel Barenboim, Jeffrey Tate, Antonello Manacorda, Daniel Harding und Marc Minkowski sowie mit Regisseuren wie Claus Guth, Christoph Marthaler, Peter Stein, Graham Vick, Andreas Homoki, Damiano Michieletto, Christof Loy, Calixto Bieito, Dmitri Tcherniakov, Emma Dante, Romeo Castellucci, David Alden, Pierre Audi und Robert Carsen zusammengearbeitet.