Glyndebourne Festival Opera


Das Opernhaus von Glyndebourne wurde 1933 auf dem Grundstück eines ehemaligen Landhauses in Sussex (England) von John Christie (1882–1962) gebaut. Mit dem deutschen Dirigenten Fritz Busch und dem deutschen Schauspieler und Regisseur Carl Ebert gründete er dort die Glyndebourne Festival Opera, die am 28. Mai 1934 eröffnet wurde. 
Der Gründer des Festivals, John Christie, war ein wohlhabender Landbesitzer und Musikfreund, der schon vorher in seinem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Landhaus private musikalische Abende gegeben hatte. Schon 1920 hatte er sein Haus um einen großen Orgelraum erweitert. Christies besondere Liebe galt der Oper. Seiner Ansicht nach war das Kunstwerk Oper auf den Britischen Inseln „nicht existent“. 1931 heiratete er die Sopranistin Audrey Mildmay, mit der er die Salzburger und Bayreuther Festspiele besuchte. Sie bestärkte ihn in dem Plan, für ein eigenes Festival mit Schwerpunkt im Mozart-Repertoire auf dem Landsitz ein kleines Opernhaus mit 300 Sitzplätzen zu bauen. Aber es fehlten noch die künstlerischen Macher eines Opernhauses – ein musikalischer Leiter und ein Regisseur. 
Da traf es sich gut, dass zwei Emigranten aus Deutschland für eine neue Beschäftigung frei waren, die im Opernfach sehr renommiert waren. Sie hatten sich unter anderem 1932 an der Städtischen Oper in Berlin mit einer qualitativ hervorragenden Inszenierung von Verdis Un Ballo in Maschera hervorgetan. Der eine war der Generalmusikdirektor und Dirigent Fritz Busch aus Dresden, der andere sein Freund und Intendant der Städtischen Oper Berlin Carl Ebert. Beide wurden nach der Machtergreifung 1933 Opfer von Verfolgung durch die SA, weil sie sich weigerten, bei der Vertreibung von jüdischen Musikern und anderen Verbrechen der NS-Zeit mitzumachen. Fritz Busch und Carl Ebert wollten qualitativ herausragende Opern produzieren, und sie überzeugten Christie, diesen Qualitätsanspruch ebenfalls zu befolgen. Die drei und der dazugestossene Emigrant Rudolf Bing wurden sich einig und gründeten die Glyndebourne Festival Opera. Rudolf Bing übernahm die Generalintendanz. Das erste Festival wurde am 28. Mai 1934 mit Mozarts Hochzeit des Figaro, gefolgt von Così fan tutte, eröffnet. Es dauerte sechs Wochen. Alle Aufführungen der beiden Inszenierungen waren nahezu ausverkauft. Mozart blieb auch weiterhin das bevorzugte Repertoire in Glyndebourne. Ab den 1960er Jahren war einer der Schwerpunkte die Barockoper.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde nicht gespielt, das Haus beherbergte damals aus London evakuierte Kinder. 1952 wurde die Glyndebourne Festival Society gegründet, die das Management von John Christie übernahm. Nach dessen Tod 1962 übernahm sein Sohn, der spätere Sir George Christie, und ab 2000 dessen Sohn Gus Christie die Leitung des Aufsichtsrates. Im November 2015 wurde der deutsche Opernmanager Sebastian F. Schwarz (bislang am Theater an der Wien) als neuer Generaldirektor ab Mai 2016 berufen.
Glyndebourne liegt vier Meilen von Lewes entfernt, zwei Autostunden von London, östlich von Brighton.
Im Sommer ist das Festival ein beliebter Anziehungspunkt für Opernfreunde, die die langen Aufführungspausen (die längste anderthalb Stunden) traditionell dazu nutzen, ein Picknick im Park zu veranstalten. Gepicknickt wird allerdings auf hohem Niveau in Abendgarderobe (Smoking/Dinner-Jacket) und mit ausgesuchtem Menü.
Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude-Ensemble immer wieder provisorisch erweitert (1936 433 Sitzplätze, 1952 ca. 600, 1977 850). 
Die Aufgabe des Architekten Michael Hopkins war es, die Sitzkapazität um 50 Prozent zu erhöhen (auf 1200), eine größere Bühne und Hinterbühne zu bauen, ohne dass die intime Atmosphäre durch ein großes Volumen zerstört wird. Zudem sollte sich das Gebäude an den Kontext des neoelisabethanischen Herrenhauses anfügen.
Hopkins and Partners sahen eine tiefgreifende Umgestaltung der Anlage vor, wobei die bestehenden Gebäude so weit wie möglich erhalten bleiben sollten. Das Opernhaus sollte jedoch abgerissen und durch ein völlig neues Gebäude ersetzt werden. Bei genauerer Untersuchung wurde festgestellt, dass die bisherige Raumaufteilung eher verwirrend war, insbesondere der Vorplatz und das Bühnenhaus. Als Lösung wurde vorgeschlagen, das gesamte Gebäude um 180° zu drehen.
Der Entwurf für den Neubau sah einen geschlossenen dreigeschossigen Baukörper mit ovalem Grundriss und flachem Satteldach vor. Der traditionelle hufeisenförmige Zuschauerraum befindet sich in einer kreisrunden Trommel, die über das Hauptdach hinausragt und mit dem Bühnenturm verbunden ist. Die Eingangsseite des Gebäudes wird ebenerdig von Kolonnaden eingefasst, die sich entlang der Hauptachse sternförmig erweitern und ein neues glasüberdachtes Foyer bilden, welches den Neubau mit dem im ehemaligen Bühnenhaus eingerichteten Restaurant verbindet. Am anderen Ende des Opernhauses stehen in einem halbrunden Raum hinter der Bühne und dem Bühnenturm rund 700 m² Werkstatt- und Lagerräume zur Verfügung, die wiederum sternförmig mit dem Kulissentor und einem selbständigen schallgedämmten Probenraum verbunden sind. Die Verwaltungs- und Produktionsbüros sind um das Bühnenhaus herum angeordnet; ihre Fensteröffnungen beleben diesen ansonsten schmucklosen, glatten Gebäudeblock. Gleichzeitig fungieren diese Räumlichkeiten als akustische Pufferzone für den Zuschauerraum. Die Menschen, die das ganze Jahr über in Glyndebourne arbeiten, bekommen genug Tageslicht und frische Luft. Der Ausblick auf die Umgebung wird ihnen ebenfalls ermöglicht. Garderoben, Technikräume, Lager und Werkstätten sind im Kellergeschoss untergebracht.
Die Außenwand des Opernhauses besteht aus Ziegeln, die nicht nur als Verkleidung dienen, sondern eine tragende Mauer mit massiven vorspringenden Pfeilern und flachen Bögen bilden – ein anschauliches Beispiel dafür, wie der architektonische Charakter der Bauten von Hopkins sich immer auf natürliche Weise aus der konstruktiven Funktion der einzelnen Elemente ergibt.
1992 wurde mit dem Bau unter dem Sohn des Gründers John Christie, George Christie, begonnen, weswegen die Festspiele 1993 ausfielen. Die Kosten für den Umbau von 34 Millionen Pfund wurden fast ganz durch Spenden aufgebracht. Die Spender erhielten dafür die Verfügung über etwa ein Drittel der Sitzplätze.